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Melatonin

Der Name ist Programm, könnte man sagen:

ein aus dem Griechischen zusammengesetztes Wort

"melos" = Schwarz und "tosos" = Arbeit,

also ein "Schwarzarbeiter" im positiven Sinn, denn nur bei Dunkelheit wird es ausreichend produziert.

Ein körpereigenes Hormon, welches während der Dunkelheit von der Zirbeldrüse einem winzigen Teil des Zwischenhirns, produziert wird. Diese Drüse steuert über die Melatoninausschüttung den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers.

Es steht in engem Zusammenhang mit dem biologischen Rhythmus von Mensch und Tier und wirkt sich sehr vielfältig auf die Regulation des Stoffwechsels, die Fortpflanzung, den Alterungsprozess oder den Immunstatus aus.

Melatonin bindet als Antioxidans freie Radikale und beugt durch Reduktion von Mutationen damit indirekt der Krebsentstehung vor. In zahlreichen Experimenten wird versucht, den Nachweis einer nächtlichen Melatoninsuppression und damit einem erhöhten Tumorbildungsrisiko durch elektromagnetische Felder zu erbringen.

Fällt tagsüber Licht ins Auge, wird die Ausschüttung des Hormons ins Blut eingestellt.
Nachts, bei fehlendem Lichteinstrahl, wird Melatonin aus den Speichern abgegeben und kann seine schlaffördernde Wirkung entfalten.
Bei Zeitverschiebungen bei Fernreisen und bei Schichtarbeit kommt es zu Verschiebungen im Melatonin-Haushalt. Bei alten, unter Schlaflosigkeit leidenden Menschen finden sich niedrigere nächtliche Melatonin-Spiegel als bei gleichaltrigen mit ungestörtem Schlaf.

Melatonin (N-acetyl-5 methoxytryptamine) ist ein Hormon, das hauptsächlich nachts von der Zirbeldrüse (=Epiphyse, Gehirn) aber auch in der Netzhaut (Retina), den Blutplättchen und im Verdauungstrakt produziert wird.
Viele Organe besitzen Rezeptoren für Melatonin. Seine Bildung wird durch Dunkelheit stimuliert und durch Licht gehemmt. Es wird aus der Aminosäure Tryptophan über Serotonin gebildet.

Melatonin findet man nicht nur im Mensch, sondern auch in Tieren und vielen Pflanzen.

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©Rüdiger Weis
©1999 - 2010
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